Wozu wird ePM bei der SPI- und AOI-Programmierung benötigt – und was ändert sich durch KI?


Die ePM-Software (Engineering Process Manager) ist das zentrale Werkzeug für die Programmier­vorbereitung von SPI- und AOI-Systemen. Sie bildet die Schnittstelle zwischen den Konstruktionsdaten der Leiterplatte und dem eigentlichen Prüfprogramm an der Maschine.


Rolle von ePM in der klassischen Programmier­vorbereitung

Vor dem Einsatz an der Linie müssen verschiedene Datenquellen zusammengeführt und aufbereitet werden:

  • Gerberdaten (Pads, Layer, Strukturen)
  • Bestückungsdaten (Bauteilpositionen, Rotation, Seite)
  • optionale ODB++- oder CAD-Daten


ePM übernimmt dabei unter anderem:

  • das Importieren und Ausrichten dieser Daten
  • das Zuordnen von Pads, Bauteilen und Footprints
  • die Definition prüfrelevanter Strukturen für SPI und AOI
  • die Erstellung eines konsistenten Job-Files für die Maschine

Ohne ePM wäre diese Vorverarbeitung manuell, fehleranfällig und nicht reproduzierbar.


Typische Herausforderungen ohne KI

In der Praxis sind die Eingangsdaten selten perfekt:

  • Bestückungsdaten sind verdreht, gespiegelt oder verschoben
  • Footprints fehlen oder passen nicht zur Datenbank
  • Masseflächen stören die AOI-Programmierung
  • symmetrische Baugruppen erschweren die Orientierung


Das führt zu:

  • hohem manuellem Aufwand
  • vielen Korrekturschleifen
  • stark anwenderabhängigen Ergebnissen



Was ändert sich durch KI in ePM AI?

Mit ePM AI wird ePM um KI-gestützte Assistenzfunktionen erweitert. Ziel ist nicht die vollständige Automatisierung, sondern die Reduktion repetitiver, zeitintensiver Aufgaben.


Konkret unterstützt KI bei:

  • automatischem Matching von Footprints, auch ohne vollständige Datenbank
  • intelligenter Ausrichtung von Gerber- und Bestückungsdaten (Drehen, Spiegeln, Verschieben)
  • schnellerer Zuordnung von Bauteilen und Pads
  • konsistenter Vorverarbeitung, unabhängig vom Anwender

Die KI liefert strukturierte Vorschläge, die vom Anwender geprüft und freigegeben werden.


Der Mensch bleibt entscheidend

Trotz KI-Unterstützung bleibt die Verantwortung beim Programmierer:

  • Festlegung der Prüftiefe
  • Bewertung kritischer Merkmale
  • Freigabe des Prüfprogramms

KI ersetzt keine Erfahrung – sie entlastet den Anwender und schafft Zeit für qualitätsrelevante Entscheidungen.


ePM ist unverzichtbar für eine strukturierte, reproduzierbare SPI- und AOI-Programmierung. Mit KI wird ePM effizienter, robuster und weniger fehleranfällig – ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben.

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