Studie: KI in der Elektronikfertigung auf Vormarsch

Digitalisierung macht Fortschritte: Über 70 % der Unternehmen planen Investitionen in den nächsten zwei Jahren

Eine qualitative Umfrage des KI-Spezialisten Xplain Data und der SmartRep GmbH zeigt den Status der Elektronikfertigung auf ihrem Weg zu Digitalisierung und KI. Das Bild ist eindeutig: Die Branche befindet sich im Umbruch – mit klaren Zielen, ersten pragmatischen Schritten, aber auch weiterhin noch bestehenden Umsetzungshürden. 


Zunächst sendet die Branche ein positives Signal: Management und Mitarbeitende stehen KI-Initiativen überwiegend offen gegenüber. Dies spiegelt sich auch in der Investitionsbereitschaft wider – mehr als 70 % der Unternehmen planen Investitionen in KI und Digitalisierung innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahre. Während viele Unternehmen bereits wichtige digitale Grundlagen geschaffen haben, stehen sie weiterhin vor einzelnen Herausforderungen. Die Rückmeldungen der Fach- und Führungskräfte machen deutlich: erste digitale Initiativen wurden erfolgreich realisiert, doch Datenqualität, Systemfragmentierung und unklare Wirtschaftlichkeit erschweren den nächsten Schritt zu nachhaltigem Mehrwert. 


Datenbasis geschaffen, doch Qualität und Nutzung bleiben zentrale Herausforderungen

Die Umfrage zeigt deutlich: Die Grundlage für eine datengetriebene Produktion ist in den meisten Unternehmen bereits gelegt. Qualitäts-, Inspektions- und Maschinendaten werden von über 80 % der Unternehmen systematisch erhoben, oft schon seit mehr als drei Jahren (64 %).


Allerdings bewerten lediglich 14 % der Befragten ihre Datenqualität als „hoch“. Die große Mehrheit (71 %) stuft diese als mittelmäßig ein, mit erkennbaren Lücken und Inkonsistenzen. Hinzu kommt eine deutliche Fragmentierung: Obwohl die Daten überwiegend in lokalen Systemen sowie in MES- und ERP-Systemen gespeichert werden (89 %), nutzen lediglich 11 % der Befragten Data-Lake- oder Cloud-Architekturen, die als Voraussetzung für skalierbare KI-Anwendungen gelten.


Einsatz von KI: Erste Anwendungen, aber noch keine durchgängige Strategie

Beim aktuellen Einsatz von KI zeigt sich ein gemischtes Bild. Gut ein Drittel (35 %) der Unternehmen nutzt KI oder Analytics bereits produktiv oder in Pilotprojekten; knapp ein Drittel plant konkrete Schritte. Der Einsatz konzentriert sich dabei stark auf etablierte Use Cases: Bilderkennung (Computer Vision) wird von 92 % der Nutzer eingesetzt, gefolgt von Prozessoptimierung, Qualitätsmanagement und Traceability (je 42 %).

Fortgeschrittene Anwendungen wie Predictive Quality oder Supply-Chain-Optimierung kommen laut Umfrage noch in keinem der befragten Unternehmen praktisch zum Einsatz.


Die größten Hürden: Fragmentierung und Ressourcen

Auf die Frage nach den zentralen Hindernissen kristallisieren sich zwei Kernbereiche heraus:

  1. Technologische Fragmentierung (46 %): insbesondere fehlende Schnittstellen und mangelnde Standardisierung erschweren skalierbare Lösungen.
  2. Ressourcenmangel: sowohl Budgetrestriktionen (58 %) als auch Fachkräfte- bzw. Know-how-Mangel (42 %) belasten viele Unternehmen.

Bemerkenswert gering hingegen fällt die Rolle kultureller Faktoren aus: Skepsis im Management (12 %) und unter Mitarbeitenden (19 %) spielen eine deutlich kleinere Rolle als häufig vermutet.


Ziele sind klar, die Dringlichkeit wird unterschiedlich bewertet
Die angestrebten Ziele sind sehr eindeutig: Qualitätsverbesserung ist mit 96 % das absolute Top-Ziel, gefolgt von Produktivitätssteigerung (71 %) und Kostensenkung (57 %). Die befragten Experten sehen den größten Nutzen von KI/Digitalisierung ebenfalls primär in der Qualitäts- und Prozessverbesserung sowie der Automatisierung. Trotz dieser klaren Zielvorgabe ist die empfundene Dringlichkeit für Investitionen gespalten: Während für die Mehrheit (61 %) das Thema mittelfristig (1-2 Jahre) relevant ist, sehen nur 11 % einen hohen, kurzfristigen Handlungsbedarf.


Fazit und Ausblick: Von der Datensammlung zur intelligenten Nutzung

„Die Umfrage zeigt ein klares Bild“, fasst Dr. Michael Haft, CEO Xplain Data GmbH, zusammen. „Die Elektronikfertiger haben die Phase des reinen Datensammelns hinter sich gelassen. Jetzt steht die Branche vor der anspruchsvolleren Aufgabe, aus diesen Daten konsistenten Mehrwert zu generieren. Entscheidend dabei sind weniger die technischen Möglichkeiten selbst, sondern ihre wirtschaftlich sinnvolle und integrierte Einbettung in bestehende Prozesslandschaften.“
Die Ergebnisse verdeutlichen: Künftige Lösungsansätze müssen stärker auf Integration, Standardisierung und die nachweisbare Wirtschaftlichkeit von KI und Digitalisierung ausgerichtet sein, um den Wandel in der Breite der Branche nachhaltig zu beschleunigen.



Über die Umfrage
Die qualitative Erhebung „KI & Digitalisierung in der Elektronikfertigung 2025“ wurde von Xplain Data in Kooperation mit der SmartRep GmbH im deutschsprachigen Raum durchgeführt. Sie gibt Einblicke in den aktuellen Status quo, identifizierte Trends und Herausforderungen aus Sicht von Fach- und Führungskräften der Branche.


23. März 2026
Mit einer umfangreichen Webkonferenz zum Thema Conformal Coating hat die SmartRep GmbH ihre Rolle als Vordenker und Prozesspartner in der Elektronikfertigung eindrucksvoll unterstrichen. Im Zentrum der Veranstaltung stand nicht die einzelne Technologie, sondern ein klares Leitbild: Erfolgreiches Coating entsteht nur durch das Zusammenspiel von Material, Prozess, Automatisierung und Qualitätssicherung – und durch echte Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die über zweistündige Webkonferenz brachte Experten aus Materialentwicklung, Applikation, Inspektion und Reinigung zusammen. Damit wurde bewusst ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt, der in der Branche häufig noch fehlt: weg von isolierten Einzellösungen, hin zu einem durchgängigen Prozessverständnis. Ein zentrales Learning der Veranstaltung: Coating ist kein „Plug-and-Play“-Thema. Vielmehr handelt es sich um eine komplexe Systementscheidung, bei der zahlreiche Faktoren ineinandergreifen – von der Materialauswahl über die Applikation bis hin zur Vorbehandlung und Inspektion. „Es gibt nicht das eine universelle Coating. Der Erfolg hängt immer vom Zusammenspiel aller Prozessschritte ab“, wurde im Rahmen der Konferenz deutlich. Diese Perspektive zieht sich durch alle Inhalte der Veranstaltung: Materialeigenschaften beeinflussen maßgeblich die Prozessstabilität Applikationstechnologien bestimmen Qualität und Reproduzierbarkeit Reinigung und Oberflächenvorbereitung sind entscheidend für Haftung und Langzeitzuverlässigkeit Inspektion schafft Transparenz und Prozesskontrolle
6. März 2026
InoHD™ wurde entwickelt, um eine der größten Herausforderungen in der Elektronikfertigung zu lösen: Platzmangel. Das System macht herkömmliche Lagergänge überflüssig, indem es servoangetriebene, mobile Regalsysteme mit der intelligenten Sensorik- und Pick-to-Light-Technologie von Inovaxe kombiniert.
LEDtronix beschichtet automatisiert mit Coatingsystem von PVA
5. März 2026
Neben der Technik spielt für LEDtronix auch der Service eine zentrale Rolle. Als deutscher Servicepartner von PVA begleitet SmartRep das Unternehmen bei Wartung, Schulung und Support.
Coating als Schutzbeschichtung
3. März 2026
LEDtronix arbeitet bei der Weiterentwicklung zentraler Fertigungsprozesse eng mit SmartRep zusammen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Inspektions- und Beschichtungsprozesse technologisch sauber aufzusetzen.
9. Februar 2026
In der Elektronikfertigung entscheidet nicht die Fehlerbehebung, sondern die Fehlervermeidung über den Erfolg einer Linie. Die SICK AG hat diesen Grundsatz konsequent umgesetzt – mit SPI- und AOI-Systemen von Koh Young in allen sieben SMD-Linien am Produktionsstandort Reute und der Einführung des Koh Young Process Optimizers (KPO). Die SmartRep GmbH sorgte als Distributor in der D-A-CH-Region für die Implementierung der Inspektionssysteme und das Training der Mitarbeiter. Das Ergebnis: eine nachhaltig optimierte Prozessstabilität und massiv reduzierte Fehlerraten. „Nicht den Fehler jagen, sondern auf die Abweichung reagieren“, beschreibt Holger Groksch, Head of Manufacturing SMT bei der SICK AG, das zentrale Leitprinzip. Die Produktionsanforderungen bei der SICK AG verdeutlichen, wie wichtig ein hoher Automatisierungsgrad ist: über 1.500 doppelseitige Leiterplattenvarianten, Losgrößen zwischen 10 und 24.000 Stück, 55 Produktionsaufträge täglich und durchschnittlich 3,5 Linienumrüstungen pro Tag. Durch die vollständige Integration der 3D-SPI-Systeme in alle Linien wurde die reale Fehlerrate auf Leiterplattenebene um rund 60 % gesenkt. Die Systeme liefern dabei nicht nur Messwerte, sondern verwertbare Prozessdaten, die direkt in den Fertigungsregelkreis zurückfließen. Der nächste Optimierungsschritt erfolgte mit der Implementierung von KPO, dem Koh Young Process Optimizer – einem System, das den klassischen Closed Loop deutlich erweitert. „KPO geht über Closed Loop hinaus“, so Holger Groksch. Während Closed Loop lediglich Schablonenposition und Reinigungszyklen optimiert, analysiert KPO den gesamten Druckprozess in Echtzeit und justiert automatisch nach. So werden Schwankungen durch Umweltfaktoren, wie z.B die Änderung der Lotpastenkonsistenz durch Luftkontakt, kompensiert, bevor sie überhaupt zu Defekten führen. Die Einführung von KPO brachte eine zusätzliche Fehlerratenreduktion und senkte die Not-OK-Rate am Post Reflow AOI auf unter 0,5 %. Damit war der geplante ROI von zwölf Monaten bereits nach sieben Monaten erreicht. Ein weiterer Meilenstein war die Zentralisierung der Qualitätsverifikation: Dank einer Pseudofehlerrate unter 7 % kann heute ein Operator die Bedienung einer zentralen Verifizierstation für alle sieben Linien übernehmen und hat noch Ressourcen frei. Über den Post-Reflow-Leitstand werden die AOI-Ergebnisse inline verifiziert, wodurch Abweichungen sofort erkannt und korrigiert werden können. Die Effekte sprechen für sich: < 0,5 % Not-OK-Rate am Post Reflow AOI Deutlich reduzierter Bedieneraufwand Schnellere Durchlaufzeiten durch Wegfall von Nacharbeit Holger Groksch fasst zusammen: „Wenn Lieferant und Kunde gemeinsam Maschinen, Prozesse und Datenstrukturen analysieren und zusammen optimieren und verbessern, entsteht eine echte Win-win-Situation – für Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.“ Über SICK AG: Die SICK AG mit Hauptsitz in Waldkirch, Deutschland, gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Sensoren, Systemen und Lösungen für die industrielle Automatisierung. Seit ihrer Gründung 1946 steht das Unternehmen für Innovation, Präzision und Qualität und unterstützt Kunden in der Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation dabei, Prozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Mit über 12.000 Mitarbeitenden weltweit und einem starken internationalen Vertriebsnetz erwirtschaftete SICK 2024 einen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro.
KI in Koh Young Systemen, AOI, SPI
28. Januar 2026
Mit ePM AI bringt Koh Young eine neue Softwaregeneration auf den Markt, die bewährte Workflows mit KI-gestützten Automatismen kombiniert.
SmartRep bestätigt mit dem Kundenfeedback 2025 seine hohe fachliche Leistungsfähigkeit. Bild: KI gen
12. Januar 2026
SmartRep bestätigt mit dem Kundenfeedback 2025 seine hohe fachliche Leistungsfähigkeit in Service, Technik und Schulung.
10. Dezember 2025
Die Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung von Elektronik, die Productronica, war für die SmartRep GmbH erneut ein voller Erfolg. Als Distributor führender Maschinenhersteller präsentierte das Unternehmen in Halle A2 die neuesten Lösungen für moderne Elektronikfertigung – und setzte dabei auf ein Messekonzept, das Technologie und Tradition auf einzigartige Weise verbindet: einen eigenen Biergarten mitten auf der Hightech-Messe. Biergarten als Publikumsmagnet – Innovation trifft Herzlichkeit Warum ein Biergarten auf einer Technologie-Messe? Für SmartRep ist die Antwort klar: Innovation entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen. Der Messestand wurde zum lebendigen Treffpunkt für Kund:innen, Partner und Technologiebegeisterte. Zwischen Weißwurst, Brezen und intensiven Fachgesprächen entwickelte sich der Biergarten zu einem der meistbesuchten Networking-Orte der Halle A2. „Unser Biergartenkonzept war ein Volltreffer“, zieht SmartRep ein positives Fazit. „Hier wurde nicht nur genetzwerkt – hier entstand echte Verbundenheit. Hightech trifft Herzlichkeit: Dieses Motto wurde gelebt.“ Ein besonderes Highlight sorgte zusätzlich für Aufmerksamkeit: Ein Kunde hatte mit SmartRep-CEO Michael Brianda gewettet, in Tracht zur Messe zu erscheinen – und beide hielten Wort. Ein Bild, das die Verbindung aus Bodenständigkeit, Humor und technologischer Spitzenleistung eindrucksvoll einfing. 
Das SmartRep-Team zu Gast bei Fuji in Kelsterbach
von Dr. Julia Traut 31. Oktober 2025
Mit vereinten Kräften in die Zukunft der Elektronikfertigung: Die FUJI EUROPE CORPORATION GmbH und die SmartRep GmbH starten eine Partnerschaft. Der Hanauer Distributor ergänzt sein Portfolio um den FUJI GPX-CII Schablonendrucker und stärkt damit seine Kompetenz am Linienbeginn der SMT-Fertigung. „Das SmartRep-Team möchte seine Service- und Beratungskompetenz im Bereich des Druckprozesses und der Inspektion ausbauen. Mit dem FUJI GPX-CII Drucker, dem KohYoung SPI und der KPO/Closed Loop-Prozesskontrolle nehmen wir nun den Linienbeginn ganzheitlich in den Blick“, erklärt Michael Brianda, CEO von SmartRep. „Das ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserem bestehenden Portfolio aus SPI, Reinigungsmedien, Bareboardreinigung und Schablonenreinigungsanlagen. Damit können wir unseren Kunden eine umfassende Prozessberatung bieten.“ FUJI ist weltweit in der Elektronikfertigung für leistungsstarke Bestückungsautomaten sowie innovative, ganzheitliche Linienkonzepte bekannt und verfügt über eine breite Kundenbasis, unter anderem im deutschsprachigen Markt. Durch die neue Kooperation möchten beide Unternehmen nun noch intensiver in das Mid-Range-Segment vordringen – bei EMS-Dienstleistern mit High-Mix-Low-Volume-Produktionsumgebungen. 
15. Oktober 2025
Spannende Fragen und inspirierende Gedanken rund um den SMD-Fertigungsstandort Europa prägten das Q&A für den Escatec-Blog, weshalb wir die Fragen und Antworten hier in der deutschen Übersetzung wiedergeben. Der Originaltext erschien am 2. Oktober 2025 auf dem Escatec-Blog.
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