Weniger Grabsteine durch Closed-Loop

PROFECTUS aus Suhl prüft SMD-Bestückung mit Koh Young
Bei einem Benchmark zwischen vier Inspektionssysteme-Herstellern setzt sich Koh Young durch: Der EMS-Dienstleister PROFECTUS GmbH Electronic Solutions stattet eine seiner zwei SMD-Linien mit SPI- und AOI-Systemen von Koh Young aus.

Bediener am Koh Young AOI bei PROFECUS

Besonderes Augenmerk im Benchmark legte PROFECTUS auf den Umgang der Inspektionssysteme mit Spiegelungen, Reflektionen und Transparenzen (c) PROFECTUS

An einer 3D-Prüfung führt in der SMD-Branche kein Weg vorbei, da ist sich SMD-Leiter Stephan Wenzel von PROFECTUS GmbH Electronic Solutions angesichts der fortschreitenden Miniaturisierung der Baugruppen sicher. Deshalb stellte sich der EMS-Dienstleister neu auf: Man habe in den zwei SMD-Linien am Standort Suhl einige Inspektionshersteller im Einsatz und kenne Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Technologien. Für die Investition war daher klar: Es muss einen umfassenden Benchmark geben. Eine wichtige Erfahrung, die in den Benchmark einfloss: Der Support spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.


Da PROFECTUS SPI und AOI aus Synergiegründen aus einer Hand wollte, kristallisierten sich vier Anbieter am Markt heraus; darunter der koreanische Marktführer Koh Young vertreten durch den deutschen Distributor SmartRep. Mit seiner kompliziertesten Platine fuhren Entwickler Patrick Schmitt und sein Team in die Demo-Center der vier Inspektionsgerätehersteller und ließen sich in Echtzeit Prüfprogramme erstellen: „Jeder Hersteller hat von Null angefangen und mit einer Lernbibliothek die Programmierung erstellt. Dann sind wir in die Auswertung gegangen“, erzählt Patrick Schmitt. Besonderes Augenmerk legte der Entwickler auf den Umgang der Systeme mit Spiegelungen, Reflektionen und Transparenzen. Klarschrifterkennung, Polung, Vermessung in 3D und Fehlerdetektion waren weitere wichtige Kriterien. Natürlich schaute sich das Team auch die Aufbereitung der Daten zur Fehlerauswertung genau an.


„Der erste Eindruck, dass bei den Koh Young-Systemen die Programmierung leicht von der Hand geht, hat sich nach zwei Jahren im SMD-Alltag definitiv bestätigt: Durch die Datenbank, in der viele Bauteile schon vorhanden sind, brauche ich mich quasi nur noch um neue Bauteile zu kümmern“, sagt Patrick Schmitt, der für die Programmierung von fast 500 aktiven Produkten verantwortlich ist. Für ihn war auch der schnelle technische Support ein wichtiges Entscheidungskriterium: „Das ist bei SmartRep über die Service-Hotline super gelöst: Da bekommt man eine schnelle, kompetente Rückmeldung. Wenn sich eine Frage nicht am Telefon lösen lässt, dann schaltet sich ein Techniker auf das System auf und gibt Hilfestellung.“ Großen Input habe er auch von den jährlichen Koh Young Anwendertagen mitgenommen, bei denen Koh Young Programmierer aus der ganzen D-A-CH-Region zusammenkommen und sich über aktuelle Herausforderungen austauschen.

Bediener am Koh Young SPI bei PROFECUS

Durch die Investition in ein Koh Young SPI konnte PROFECTUS besondere Verbesserungen im Druckprozess erzielen (c) PROFECTUS

Blick in die SMD-Fertigung von PROFECTUS

Der EMS-Dienstleister PROFECTUS GmbH Electronic Solutions stattet eine seiner zwei SMD-Linien mit SPI- und AOI-Systemen von Koh Young aus
(c) PROFECTUS

Durch die Investition konnte PROFECTUS besondere Verbesserungen im Druckprozess erzielen: Der EMS-ler nutzte vor dem Koh Young SPI nur eine in den Drucker integrierte, partielle 2D-Prüfung. Jetzt habe man sogar ein Closed-loop, also eine Regelschleife, zwischen Ekra-Drucker und Koh Young SPI aufgebaut, wodurch Druckversatz unmittelbar an das System zurückgemeldet wird. „Durch das Closed-loop haben wir nahezu keine Grabsteine mehr, weil die Paste richtig auf den Pads liegt. Die Qualität des Druckbildes konnte durch diese Funktion allein noch einmal verbessert werden“, berichtet Patrick Schmitt. Automatisiert detektieren die Koh Young Systeme sämtliche Druck- und Lötfehler und bieten zudem zahlreiche Möglichkeiten, diese zu analysieren, um den Prozess zu verbessern.


Um die Traceability weiter zu erhöhen und aktuelle Auswertungen über die komplette Linie zu bekommen, testet PROFECTUS als einer der ersten Kunden in Deutschland gerade den Performance Monitor von ASM. „Über eine CFX-Schnittstelle realisierte Koh Young problemlos die Anbindung. So können wir die detaillierten Messdaten noch zu weiteren Auswertungszwecken nutzen. Koh Young bietet zwar auch eigene Tools an, aber ist über eine modulare Schnittstelle da auch sehr technologieoffen – ein sehr fortschrittlicher Ansatz“, sagt Fertigungsleiter Stephan Wenzel und fühlt sich damit bestätigt, dass PROFECTUS mit Koh Young die richtige Wahl getroffen hat. 

6. März 2026
InoHD™ wurde entwickelt, um eine der größten Herausforderungen in der Elektronikfertigung zu lösen: Platzmangel. Das System macht herkömmliche Lagergänge überflüssig, indem es servoangetriebene, mobile Regalsysteme mit der intelligenten Sensorik- und Pick-to-Light-Technologie von Inovaxe kombiniert.
LEDtronix beschichtet automatisiert mit Coatingsystem von PVA
5. März 2026
Neben der Technik spielt für LEDtronix auch der Service eine zentrale Rolle. Als deutscher Servicepartner von PVA begleitet SmartRep das Unternehmen bei Wartung, Schulung und Support.
Coating als Schutzbeschichtung
3. März 2026
LEDtronix arbeitet bei der Weiterentwicklung zentraler Fertigungsprozesse eng mit SmartRep zusammen. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Inspektions- und Beschichtungsprozesse technologisch sauber aufzusetzen.
9. Februar 2026
In der Elektronikfertigung entscheidet nicht die Fehlerbehebung, sondern die Fehlervermeidung über den Erfolg einer Linie. Die SICK AG hat diesen Grundsatz konsequent umgesetzt – mit SPI- und AOI-Systemen von Koh Young in allen sieben SMD-Linien am Produktionsstandort Reute und der Einführung des Koh Young Process Optimizers (KPO). Die SmartRep GmbH sorgte als Distributor in der D-A-CH-Region für die Implementierung der Inspektionssysteme und das Training der Mitarbeiter. Das Ergebnis: eine nachhaltig optimierte Prozessstabilität und massiv reduzierte Fehlerraten. „Nicht den Fehler jagen, sondern auf die Abweichung reagieren“, beschreibt Holger Groksch, Head of Manufacturing SMT bei der SICK AG, das zentrale Leitprinzip. Die Produktionsanforderungen bei der SICK AG verdeutlichen, wie wichtig ein hoher Automatisierungsgrad ist: über 1.500 doppelseitige Leiterplattenvarianten, Losgrößen zwischen 10 und 24.000 Stück, 55 Produktionsaufträge täglich und durchschnittlich 3,5 Linienumrüstungen pro Tag. Durch die vollständige Integration der 3D-SPI-Systeme in alle Linien wurde die reale Fehlerrate auf Leiterplattenebene um rund 60 % gesenkt. Die Systeme liefern dabei nicht nur Messwerte, sondern verwertbare Prozessdaten, die direkt in den Fertigungsregelkreis zurückfließen. Der nächste Optimierungsschritt erfolgte mit der Implementierung von KPO, dem Koh Young Process Optimizer – einem System, das den klassischen Closed Loop deutlich erweitert. „KPO geht über Closed Loop hinaus“, so Holger Groksch. Während Closed Loop lediglich Schablonenposition und Reinigungszyklen optimiert, analysiert KPO den gesamten Druckprozess in Echtzeit und justiert automatisch nach. So werden Schwankungen durch Umweltfaktoren, wie z.B die Änderung der Lotpastenkonsistenz durch Luftkontakt, kompensiert, bevor sie überhaupt zu Defekten führen. Die Einführung von KPO brachte eine zusätzliche Fehlerratenreduktion und senkte die Not-OK-Rate am Post Reflow AOI auf unter 0,5 %. Damit war der geplante ROI von zwölf Monaten bereits nach sieben Monaten erreicht. Ein weiterer Meilenstein war die Zentralisierung der Qualitätsverifikation: Dank einer Pseudofehlerrate unter 7 % kann heute ein Operator die Bedienung einer zentralen Verifizierstation für alle sieben Linien übernehmen und hat noch Ressourcen frei. Über den Post-Reflow-Leitstand werden die AOI-Ergebnisse inline verifiziert, wodurch Abweichungen sofort erkannt und korrigiert werden können. Die Effekte sprechen für sich: < 0,5 % Not-OK-Rate am Post Reflow AOI Deutlich reduzierter Bedieneraufwand Schnellere Durchlaufzeiten durch Wegfall von Nacharbeit Holger Groksch fasst zusammen: „Wenn Lieferant und Kunde gemeinsam Maschinen, Prozesse und Datenstrukturen analysieren und zusammen optimieren und verbessern, entsteht eine echte Win-win-Situation – für Qualität, Effizienz und Wirtschaftlichkeit.“ Über SICK AG: Die SICK AG mit Hauptsitz in Waldkirch, Deutschland, gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Sensoren, Systemen und Lösungen für die industrielle Automatisierung. Seit ihrer Gründung 1946 steht das Unternehmen für Innovation, Präzision und Qualität und unterstützt Kunden in der Fabrik-, Logistik- und Prozessautomation dabei, Prozesse effizienter, sicherer und nachhaltiger zu gestalten. Mit über 12.000 Mitarbeitenden weltweit und einem starken internationalen Vertriebsnetz erwirtschaftete SICK 2024 einen Umsatz von rund 2,3 Milliarden Euro.
KI in Koh Young Systemen, AOI, SPI
28. Januar 2026
Mit ePM AI bringt Koh Young eine neue Softwaregeneration auf den Markt, die bewährte Workflows mit KI-gestützten Automatismen kombiniert.
Eine qualitative Umfrage des KI-Spezialisten Xplain Data und der SmartRep GmbH zu KI in der SMD
13. Januar 2026
Eine qualitative Umfrage des KI-Spezialisten Xplain Data und der SmartRep GmbH zeigt den Status der Elektronikfertigung auf ihrem Weg zu Digitalisierung und KI.
SmartRep bestätigt mit dem Kundenfeedback 2025 seine hohe fachliche Leistungsfähigkeit. Bild: KI gen
12. Januar 2026
SmartRep bestätigt mit dem Kundenfeedback 2025 seine hohe fachliche Leistungsfähigkeit in Service, Technik und Schulung.
10. Dezember 2025
Die Weltleitmesse für Entwicklung und Fertigung von Elektronik, die Productronica, war für die SmartRep GmbH erneut ein voller Erfolg. Als Distributor führender Maschinenhersteller präsentierte das Unternehmen in Halle A2 die neuesten Lösungen für moderne Elektronikfertigung – und setzte dabei auf ein Messekonzept, das Technologie und Tradition auf einzigartige Weise verbindet: einen eigenen Biergarten mitten auf der Hightech-Messe. Biergarten als Publikumsmagnet – Innovation trifft Herzlichkeit Warum ein Biergarten auf einer Technologie-Messe? Für SmartRep ist die Antwort klar: Innovation entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen. Der Messestand wurde zum lebendigen Treffpunkt für Kund:innen, Partner und Technologiebegeisterte. Zwischen Weißwurst, Brezen und intensiven Fachgesprächen entwickelte sich der Biergarten zu einem der meistbesuchten Networking-Orte der Halle A2. „Unser Biergartenkonzept war ein Volltreffer“, zieht SmartRep ein positives Fazit. „Hier wurde nicht nur genetzwerkt – hier entstand echte Verbundenheit. Hightech trifft Herzlichkeit: Dieses Motto wurde gelebt.“ Ein besonderes Highlight sorgte zusätzlich für Aufmerksamkeit: Ein Kunde hatte mit SmartRep-CEO Michael Brianda gewettet, in Tracht zur Messe zu erscheinen – und beide hielten Wort. Ein Bild, das die Verbindung aus Bodenständigkeit, Humor und technologischer Spitzenleistung eindrucksvoll einfing. 
Das SmartRep-Team zu Gast bei Fuji in Kelsterbach
von Dr. Julia Traut 31. Oktober 2025
Mit vereinten Kräften in die Zukunft der Elektronikfertigung: Die FUJI EUROPE CORPORATION GmbH und die SmartRep GmbH starten eine Partnerschaft. Der Hanauer Distributor ergänzt sein Portfolio um den FUJI GPX-CII Schablonendrucker und stärkt damit seine Kompetenz am Linienbeginn der SMT-Fertigung. „Das SmartRep-Team möchte seine Service- und Beratungskompetenz im Bereich des Druckprozesses und der Inspektion ausbauen. Mit dem FUJI GPX-CII Drucker, dem KohYoung SPI und der KPO/Closed Loop-Prozesskontrolle nehmen wir nun den Linienbeginn ganzheitlich in den Blick“, erklärt Michael Brianda, CEO von SmartRep. „Das ist eine sinnvolle Ergänzung zu unserem bestehenden Portfolio aus SPI, Reinigungsmedien, Bareboardreinigung und Schablonenreinigungsanlagen. Damit können wir unseren Kunden eine umfassende Prozessberatung bieten.“ FUJI ist weltweit in der Elektronikfertigung für leistungsstarke Bestückungsautomaten sowie innovative, ganzheitliche Linienkonzepte bekannt und verfügt über eine breite Kundenbasis, unter anderem im deutschsprachigen Markt. Durch die neue Kooperation möchten beide Unternehmen nun noch intensiver in das Mid-Range-Segment vordringen – bei EMS-Dienstleistern mit High-Mix-Low-Volume-Produktionsumgebungen. 
15. Oktober 2025
Spannende Fragen und inspirierende Gedanken rund um den SMD-Fertigungsstandort Europa prägten das Q&A für den Escatec-Blog, weshalb wir die Fragen und Antworten hier in der deutschen Übersetzung wiedergeben. Der Originaltext erschien am 2. Oktober 2025 auf dem Escatec-Blog.
Weitere Beiträge